Praxis-Anleitung · Remakes & Nacharbeit
Die Arbeit war gut.
Trotzdem kommt sie zurück.
Nacharbeit ist kein Handwerks-Schicksal, sondern ein Prozessleck vorne am Eingang. Hier misst du es. Und schließt es in 12 Wochen.
gehen im Jahr für Arbeit drauf, die doppelt gemacht wird.
Rechenbeispiel: 5 % Remake-Rate auf 3.000 Fälle. Deine eigenen Zahlen setzt du im Rechner unten ein.
Bei uns: 9,8 % → 4,1 % seit der 2-Stufen-Eingangskontrolle. Rund 14 Aufträge pro Woche gehen mit Rückfrage zurück, bevor Zeit hineinfließt.
Rechnet in deinem Browser · keine Anmeldung · 5 Min
Die unsichtbaren KostenJede Nacharbeit blockiert Zeit, Marge und Vertrauen.
Die Fehlerkette auf dieser Seite ist keine Theorie. Bei uns fängt sie beim Scan an, nicht beim Keramiker.
Erst die bequeme Zahl, dann die echte
Der Remake-Check. In drei Stufen.
Erst die 5-Minuten-Zahl aus der Abrechnung, dann die echte Zahl aus drei Tagen Strichliste. Und am Ende siehst du, was dich das kostet. Nicht geschätzt. Gerechnet.
Reicht: eine Strichliste und die Gutschriftenliste. Keine Umsatzzahlen nötig.
Stufe 0Der 5-Minuten-Check (heute)
Zwei Zahlen, die du sofort aus der Laborverwaltung bzw. Gutschriftenliste ziehen kannst. Noch heute.
Deine Sofort-Rate laut Abrechnung
0 %
Das ist nur die halbe Wahrheit. Die Abrechnung zeigt nur, was die Praxis reklamiert hat. Interne Nacharbeit (nochmal brennen, nochmal schleifen, nochmal anpassen) taucht dort nie auf. Deine echte Rate liegt darüber. Wie weit, zeigt dir Stufe 1. Wichtig: das sind zwei verschiedene Kennzahlen. Die 3 % gelten für diese hier, für die Rate aus Stufe 1 gibt es keine belastbare Branchenzahl. Dort zählt die Richtung, nicht die absolute Höhe.
Stufe 1Die echte Zahl (3 Tage)
Jede Nacharbeit ein Klick auf den Grund. Zählt auf diesem Gerät weiter. Drei Tage reichen für die Wahrheit.
Stufe 2Was es dich kostet
Drei Regler. Und du siehst, was Nacharbeit dich wirklich kostet. Übernimm die Rate aus Stufe 0 oder 1. Oder stell sie selbst ein.
150 € sind ein Mittelwert über alle Falltypen, keine Branchenzahl: Material noch einmal plus die Arbeitszeit noch einmal. Bei rund 42 € internem Stundensatz trägt das eine 2-Stunden-Krone. Eine Brücke, eine Kombiarbeit oder eine Implantatversorgung liegen deutlich darüber. Wenn dein Mix schwerer ist, zieh den Regler hoch. Fremdkosten und der entgangene Auftrag, der stattdessen hätte laufen können, sind hier nicht drin.
Das bindet deine Nacharbeit im Jahr
22.500 €
Dein Sparpotenzial bei 3 %
9.000 €
Drei Seiten mit deinen Zahlen, deinem 12-Wochen-Plan und der Strichlisten-Vorlage zum Ausdrucken.
Alles hier rechnet in deinem Browser. Deine Zahlen verlassen dieses Gerät nicht. Auch nicht beim PDF.
Die meisten glauben
„Nacharbeit gehört halt dazu. Das ist eben Handwerk.“
Die Wahrheit
Sie bindet bei 5 % Remake-Rate rund ein halbes Techniker-Gehalt im Jahr (und der Teil davon, den du kurzfristig zurückholst, ist das Material) und der Fehler sitzt fast nie am Techniker, sondern vorne am Eingang.
Woran wir es gemerkt haben
„Bei uns durfte lange ein Auszubildender an den Scanner. Klingt vernünftig. Bis du merkst, dass hinterher niemand nochmal hinschaut. Wenn der Stumpf nicht richtig gesessen ist, sieht das im Scan keiner, und der Rattenschwanz hängt hinten dran. Da sitzen dann Arbeiten, die wir neu machen müssen, und keiner kann sagen, woher es kam. Der Fehler ist nicht am Arbeitsplatz passiert. Er ist am Scanner passiert, ganz am Anfang der Kette.“
Aus meinem Labor · Zahntechnik Scharl, Amberg · rund 70 Mitarbeiter
Ursachen werden sichtbar, Übergaben verlässlich und Remakes messbar weniger.


Der Unterschied ist spürbar
Aus Nacharbeit wird ein ruhiger Ablauf.
Nicht mehr Reibung am Eingang, sondern ein Ergebnis, das beide am Bildschirm gemeinsam prüfen und abhaken.
Du misst, entscheidest aber nicht selbst? Dann ist deine Zahl die Vorlage: eine Woche Strichliste, eine Seite, eine Frage: wer prüft bei uns den Scan, und wann?
Quick Win · diese Woche
Zähl drei Tage lang jede Nacharbeit mit. Strichliste reicht. Nicht bewerten, nur zählen. Diese eine Zahl verändert jede Diskussion im Team. (Die Auswertung gehört danach in dein bestehendes Reklamations- und CAPA-Register. Die Strichliste ist der Einstieg, nicht der Ersatz.) Wirkt nur, wenn am vierten Tag jemand die Liste ansieht und eine Sache daraus entscheidet. Eine Strichliste ohne Termin danach ist eine Strichliste.
Bevor du anfängst zu zählen
Nicht jeder Rückläufer ist ein Remake. Prüfe bei jedem Fall zuerst: Gab es eine Schädigung oder eine Beinahe-Schädigung? Fraktur im Mund, ein verschlucktes oder aspiriertes Teil, eine Verletzung, eine allergische Reaktion?
Dann ist das kein Kostenfall, sondern möglicherweise ein schwerwiegendes Vorkommnis. Als Hersteller von Sonderanfertigungen unterliegst du der Vigilanzpflicht nach Art. 87 MDR. Die Meldung geht an die zuständige Behörde, in Deutschland das BfArM, und die Fristen sind kurz und gestaffelt. Solche Fälle gehören sofort zu deinem QM-Beauftragten, nicht in die Strichliste.
Und für die Kennzahl: Vorkommnisse werden getrennt erfasst und nie in die Remake-Rate eingerechnet. Eine Rate, die einen Vigilanzfall als Nacharbeit verbucht, sieht besser aus und ist im Audit ein Befund. Die genauen Fristen und Meldewege stehen in deinem QM-Handbuch. Wenn nicht, ist das der erste Punkt für nächste Woche.
Der Labor-Brief
Alle zwei Wochen eine Sache, die in Amberg wirklich gelaufen ist.
Kein Newsletter über Trends. Was wir gemessen haben, was funktioniert hat. Und was wir wieder abgeschafft haben, mit Zahl und Grund.
Was ich davon habe: Ich lerne aus euren Rückfragen, welche Werkzeuge ich als nächstes baue. Verkauft wird dir hier nichts, aber du sollst mein Interesse kennen.
12 Wochen gegen die Nacharbeit
Unter 3 %. Und die Diskussion im Team ist eine andere.
5 von 5. Steht. Die Rate ist kein Schicksal mehr, sondern eine Kennzahl. Halt sie unter 3 %. Der Rest bleibt im Labor.
Remake-Rate ehrlich messen
Fälle × Rate × deine Kosten je Remake. Nicht schätzen. Zählen. Jede Nacharbeit zählt mit, auch die kleine. Und rechne den Wert je Remake selbst aus: Material noch einmal plus Stunden × Stundensatz, getrennt nach leichten und schweren Fällen.
✓ Steht: Du kennst deine echte Zahl. Und hast sie dem Team gezeigt.
Eingangskontrolle in 2 Stufen
Stufe 1: Ist alles da? Gegenkiefer, Bisslage, Implantatsystem, Farbe. Stufe 2: Passt der Biss. Nicht ob er da ist, ob er funktioniert.
✓ Steht: Kein Auftrag startet mehr ungeprüft in die Fertigung.
Lage korrigieren statt plattschleifen
Der Knopf ‚Interferenzen beseitigen‘ killt die Kontakte. Regel im Team, dreiteilig: erstens nie die Kaufläche opfern. Zweitens jede Anpassung der Kieferlage im Auftrag vermerken. Die Bissregistrierung kommt aus der Praxis, eine stille Korrektur im Labor ist später nicht rekonstruierbar. Drittens ab einer festgelegten Schwelle zurück an die Praxis, statt es selbst zu richten.
✓ Steht: Jeder am CAD kennt die Regel, die Schwelle ist festgelegt. Und Anpassungen stehen im Auftrag.
Top-3-Fehlerquellen als Standard
Für die drei häufigsten Remake-Gründe je einen schriftlichen Standard. Nicht im Kopf, auf Papier, für jeden greifbar.
✓ Steht: Drei Standards hängen dort, wo gearbeitet wird.
Rate unter 3 % drücken
Wöchentlich messen, Team-Review alle 14 Tage. Unter 3 % = gesund. Die Differenz sind rund 9.000 € im Jahr. Ohne eine einzige Neueinstellung.
✓ Steht: Vier Wochen in Folge unter 3 %.
Du kennst jetzt deine Zahl.
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Kostenlos · kein Sales-Call · in 30 Sek
Woher die Zahlen kommen
Der Rechner oben funktioniert auch ohne den Rest. Wenn du wissen willst, warum die Fehlerkette beim Scan anfängt und nicht beim Keramiker, geht es hier weiter.
- 01„Gute Leute, schwieriger Fall.“ Und wieder 150 € weg
- 02Was Nacharbeit kostet, woran sie liegt, was sich ändert
- 03Der Remake entsteht nicht dort, wo er auffällt
- 04Wir haben jahrelang gegen einen Mittelwert gearbeitet
4 Abschnitte. Du musst sie nicht der Reihe nach lesen.
„Gute Leute, schwieriger Fall.“ Und wieder 150 € weg.
„Bei uns arbeiten gute Leute. Wenn was zurückkommt, war der Fall schwierig.“
Fast jede Nacharbeit, die ich gesehen habe, war am Arbeitsplatz nicht mehr zu retten. Die Entscheidung darüber fiel Tage vorher. Als der Fall unvollständig ins Haus kam und trotzdem gestartet wurde. Der Techniker hat den Fehler nicht gemacht. Er hat ihn nur bezahlt.
Deshalb ist deine Remake-Rate keine Qualitätszahl über dein Team. Sie ist eine Zahl über deinen Auftragseingang.
Was Nacharbeit kostet, woran sie liegt, was sich ändert.
Das Problem
Gute Arbeit wird doppelt gemacht: Material zweimal, Stunden zweimal, Maschinenplatz blockiert, Termin wackelt. Bei 5 % Rate auf 3.000 Fälle sind das rund 22.500 € im Jahr.
Die Ursache
Es gibt keine systematische Eingangskontrolle. Unvollständige oder funktionell falsche Daten laufen ungebremst durch die ganze Kette. Und der Fehler zeigt sich erst am Ende, wo er am teuersten ist.
Wenn gelöst
Deine Techniker arbeiten an neuen Fällen statt an alten. Die Rate liegt stabil unter 3 %, Reklamationsgespräche werden selten. Und du hast rechnerisch rund ein Fünftel eines Techniker-Gehalts zurückgeholt.
Der Remake entsteht nicht dort,
wo er auffällt.
So sieht die Kette aus, wenn man einen einzelnen Fall bei uns zurückverfolgt. Die letzten drei Stationen bekommen die Schuld. Entschieden wurde es an der ersten.
- Der ScanEin Auszubildender scannt. Der Stumpf sitzt nicht richtig im Modell. Im Scan sieht man das nicht.
- Die Prüfung, die nicht stattfindetDanach schaut niemand mehr drauf. Es gibt keine Stelle, an der es jemandes Aufgabe wäre.
- CADKonstruiert wird auf einer Grundlage, die schon falsch ist. Sauber, sorgfältig, falsch.
- FertigungGefräst, verblendet, poliert. Voller Materialeinsatz, volle Arbeitszeit.
- Die ReklamationKommt zurück. Das Gespräch dreht sich um die Fertigung. Und trifft die Falschen.
Vier Tage liegen zwischen Station 1 und Station 5. In dieser Zeit hat der Fehler jede Abteilung passiert, ohne dass jemand die Möglichkeit hatte, ihn zu sehen. Genau deshalb steht die Eingangskontrolle in diesem Plan vor allem anderen.
Wir haben jahrelang
gegen einen Mittelwert gearbeitet.
Schienen sind bei uns über den Artikulator gelaufen, und die Okklusion wurde dort im Mittelwert eingeschliffen. Das war der Weg, den es gab. Und ganz geheuer war er uns nie. Ein Mittelwert-Artikulator bewegt sich anders als ein echter Kiefer. Bei einer Schiene ist genau das die entscheidende Größe.
Was wir geändert haben, ist ausdrücklich nicht das Fertigungsverfahren. Drucken und Fräsen liefern qualitativ dasselbe; wer dir erzählt, das eine sei dem anderen grundsätzlich überlegen, verkauft dir eine Maschine. Geändert haben wir die Datengrundlage: echte Kieferbewegungsdaten statt eines virtualisierten Artikulators. Das ist nach unserer Erfahrung die fachlich und technisch beste Lösung, die derzeit verfügbar ist.
Was daraus folgt, ist meistens eine geringere Sperrhöhe. Das ergibt sich aus der Logik dahinter: Wer die tatsächliche Bewegung kennt, muss weniger Sicherheitsabstand einbauen. Verallgemeinern lässt sich das nicht. Es hängt am Fall, an der Indikation und an dem, was die Praxis vorgibt. Möglich ist es aber meistens.
Das ist der übertragbare Teil, und er gilt weit über Schienen hinaus: Jeder Handgriff am Ende der Kette macht das Ergebnis von der Person abhängig, die ihn ausführt. Solange nachträglich korrigiert wird, ist jede Frage nach der Remake-Rate auch eine Frage danach, wer an dem Tag Dienst hatte. Wer die Entscheidung nach vorne in die Daten verlegt, bekommt ein Ergebnis, das jedes Mal gleich ist. Und erst das macht eine Kennzahl überhaupt aussagefähig.
Quick Win, den wir von außen bekommen haben
Konstruier eine Kennung mit hinein. Eine Nummer, einen Zehntelmillimeter tief, an einer Stelle, die der Patient nicht sieht. Beim Drucken kostet das nichts, beim Fräsen fast nichts. Gemacht wird es fast nie, weil alle sagen: Wir kriegen die Zuordnung auch so hin, wir arbeiten der Reihe nach. Und meistens stimmt das. Bis der Abend kommt, an dem eine ganze Platte fertig wird und niemand mehr sicher weiß, welche zu wem gehört. Dann wirfst du fachlich alles weg. Wirkt nur, wenn die Kennung aus eurer Auftragsnummer kommt und nicht aus einer zweiten Liste, die jemand pflegen muss.
Zur Einordnung: Die Rückverfolgbarkeit einer Sonderanfertigung hängt an deiner Dokumentation, nicht an einer Prägung im Werkstück. Die Kennung ist ein Arbeitsvorteil, keine Erfüllung einer Pflicht. Sie ersetzt nichts, was in deinem QM steht.
Ab wann eine Remake-Rate gesund ist
- Externe Reklamationsquote (Gutschriften laut Abrechnung): unter 3 %
- Interne Nacharbeitsquote (nochmal brennen, schleifen, anpassen): keine Branchenzahl. Dein Ziel ist dein Startwert minus ein Drittel
- Eingang: erst Vollständigkeit, dann Funktion
- Interne Nacharbeit wird mitgezählt, nicht nur Gutschriften
- Die Strichliste ist der Einstieg. Ausgewertet wird im Reklamations- und CAPA-Register
- Sinkende Rate bei steigender Erfassungsdisziplin, nicht statt ihr
- Top-3-Fehlerquellen schriftlich, nicht im Kopf
- Vier Wochen in Folge unter 3 %
Was Nacharbeit dich wirklich kostet
Das war einer von 8 Engpässen.
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Typisches Muster bei diesem Engpass: Auftragseingang
Was an derselben Ursache hängt
Der erste Fall, den du anders machst
Das war ein Hebel. LabOS ist das ganze System.
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Was im LabOS-Kurs steckt →