Anleitung fürs Labor · Remakes & Nacharbeit

Die Arbeit war gut.
Trotzdem kommt sie zurück.

Philipp Butz · Prokurist in einem Dentallabor mit rund 70 Mitarbeitern

Nacharbeit ist selten Pech. Meistens fängt sie ganz vorne an, am eigenen Auftragseingang, lange bevor jemand am Arbeitsplatz etwas merkt. Hier misst du, was dich das kostet, und darunter liegt der 12-Wochen-Plan, mit dem du die Stelle zumachst.

22.500 €

gehen im Jahr für Arbeit drauf, die doppelt gemacht wird.

Rechenbeispiel: 5 % Remake-Rate auf 3.000 ausgelieferte Einheiten. Deine eigenen Zahlen setzt du im Rechner unten ein.

Bei uns: Seit der 2-Stufen-Eingangskontrolle gehen Aufträge mit Rückfrage zurück, bevor Zeit hineinfließt. Unsere Remake-Rate messen wir gerade neu, getrennt nach K1 und K2. Wie wir zählen. Die Zahlen stehen hier, sobald sie belastbar sind.

Rechnet in deinem Browser · keine Anmeldung · 5 Min

Zahntechniker prüft Kronen unter dem Mikroskop, vor ihm ein Tablett voller Modelle. Illustration im Polygon-Stil.

Die unsichtbaren KostenJede Nacharbeit belegt einen Arbeitsplatz, der für einen neuen Fall gedacht war.

Die Fehlerkette auf dieser Seite ist keine Theorie. Bei uns fing sie beim Modellscan im eigenen Haus an, nicht beim Keramiker.

Erst die bequeme Zahl, dann die echte

Der Remake-Check. In drei Stufen.

Erst die 5-Minuten-Zahl aus der Abrechnung, dann die echte Zahl aus drei Tagen Strichliste. Und am Ende siehst du, was dich das kostet, mit deinen Zahlen statt mit einer Schätzung.

Reicht: eine Strichliste und die Gutschriftenliste. Keine Umsatzzahlen nötig.

Stufe 0Der 5-Minuten-Check (heute)

Zwei Zahlen, die du sofort aus der Laborverwaltung bzw. Gutschriftenliste ziehen kannst. Noch heute.

Stufe 1Die echte Zahl (3 Tage)

Jede Nacharbeit ein Klick auf den Grund. Zählt auf diesem Gerät weiter. Drei Tage reichen für eine ehrliche Zahl.

Stufe 2Was es dich kostet

Drei Regler. Und du siehst, was Nacharbeit dich wirklich kostet. Übernimm die Rate aus Stufe 0 oder 1. Oder stell sie selbst ein.

150 € sind ein Mittelwert über alle Falltypen, keine Branchenzahl: Material noch einmal plus die Arbeitszeit noch einmal. Bei einem angenommenen Stundensatz von 42 € trägt das eine 2-Stunden-Krone. Eine Brücke, eine Kombiarbeit oder eine Implantatversorgung liegen deutlich darüber. Wenn dein Mix schwerer ist, zieh den Regler hoch. Fremdkosten und der entgangene Auftrag, der stattdessen hätte laufen können, sind hier nicht drin.

Dein Sparpotenzial bei 3 %

9.000 €

Das ist der Teil, den der 12-Wochen-Plan unten angeht. Ohne eine einzige Neueinstellung.

Das bindet deine Nacharbeit im Jahr

22.500 €

entspricht 50 % eines Techniker-Gehalts (45.000 €)

Fünf Seiten mit deinen Zahlen, deinem 12-Wochen-Plan und der Strichlisten-Vorlage zum Ausdrucken.

Alles rechnet in deinem Browser und bleibt auf diesem Gerät. Der Report lädt direkt herunter.

Den Satz höre ich oft

„Nacharbeit gehört halt dazu. Das ist eben Handwerk.“

Mein Blick darauf

Ein bisschen schon. Im Rechenbeispiel oben, 5 % auf 3.000 ausgelieferte Einheiten, bindet sie aber 22.500 € im Jahr. Das ist rund ein halbes Techniker-Gehalt. Kurzfristig zurückholen kannst du davon vor allem das Material. Und der Fehler sitzt fast nie am Arbeitsplatz, sondern vorne am Eingang.

Woran wir es gemerkt haben

„Früher lief bei uns der Modellscan ohne zweiten Blick. Saß ein Stumpf nicht richtig, fiel das erst spät auf. Der Fehler lag im Ablauf, nicht bei einer Person. Seitdem prüfen wir am Eingang.“

Aus meinem Labor · Zahntechnik Scharl, Amberg · rund 70 Mitarbeiter

Technikerin prüft eine Krone unter dem Mikroskop, der Kollege hält die Laufkarte bereit. Illustration im Polygon-Stil.
Das ZielbildJeder Fehler hat eine Adresse.

Du weißt, an welcher Station er entsteht. Dort wird er abgefangen, bevor jemand Stunden hineinsteckt.

Zahntechniker prüft Kronen unter dem Mikroskop.
Zwei Techniker besprechen ruhig ein Ergebnis am Bildschirm, helles Labor. Illustration im Polygon-Stil.

Der Unterschied ist spürbar

Aus Nacharbeit wird ein ruhiger Ablauf.

Zwei Leute schauen gemeinsam auf den Bildschirm, bevor es weitergeht, und erst dann wird abgehakt. Hinterher muss keiner mehr Detektiv spielen, woher der Fehler kam.

Du misst, entscheidest aber nicht selbst? Dann ist deine Zahl die Vorlage: eine Woche Strichliste, eine Seite, eine Frage: wer prüft bei uns den Scan, und wann?

Erster Schritt · diese Woche

Zähl drei Tage lang jede Nacharbeit mit, eine Strichliste am Arbeitsplatz reicht. Bewertet wird später, erst mal wird nur gezählt. Mit dieser einen Zahl redet ihr im Team plötzlich ganz anders über Remakes. (Die Auswertung gehört danach in dein bestehendes Reklamations- und CAPA-Register. Die Strichliste ist der Einstieg, nicht der Ersatz.) Wirkt nur, wenn am vierten Tag jemand die Liste ansieht und eine Sache daraus entscheidet. Eine Strichliste ohne Termin danach ist eine Strichliste.

Bevor du anfängst zu zählen

Nicht jeder Rückläufer ist ein Remake. Prüfe bei jedem Fall zuerst: Gab es eine Schädigung oder eine Beinahe-Schädigung? Fraktur im Mund, ein verschlucktes oder aspiriertes Teil, eine Verletzung, eine allergische Reaktion?

Dann ist das kein Kostenfall, sondern möglicherweise ein schwerwiegendes Vorkommnis. Als Hersteller von Sonderanfertigungen unterliegst du der Vigilanzpflicht nach Art. 87 MDR. Die Meldung geht an die zuständige Behörde, in Deutschland das BfArM, und die Fristen sind kurz und gestaffelt. Solche Fälle gehören sofort zu deinem QM-Beauftragten, nicht in die Strichliste.

Und für die Kennzahl: Vorkommnisse werden getrennt erfasst und nie in die Remake-Rate eingerechnet. Eine Rate, die einen Vigilanzfall als Nacharbeit verbucht, sieht besser aus und ist im Audit ein Befund. Die genauen Fristen und Meldewege stehen in deinem QM-Handbuch. Wenn nicht, ist das der erste Punkt für nächste Woche.

12 Wochen gegen die Nacharbeit

Unter 3 %, und im Team redet ihr über Abläufe statt über Pechsträhnen.

Dein Fortschritt0 von 5 Etappen ✓
W1–2

Remake-Rate ehrlich messen

Fälle × Rate × deine Kosten je Remake, und zwar gezählt statt geschätzt. Auch die kleine Nacharbeit zählt mit. Und rechne den Wert je Remake selbst aus: Material noch einmal plus Stunden × Stundensatz, getrennt nach leichten und schweren Fällen.

✓ Steht: Du kennst deine echte Zahl. Und hast sie dem Team gezeigt.

W3–4

Eingangs­kontrolle in 2 Stufen

Stufe 1 · Vollständigkeit: Ist alles da? Gegenkiefer, Bisslage, Implantatsystem, Farbe. Stufe 2 · Funktion: Passen Biss und Präparationsgrenze? Hier geht es nicht mehr ums Dasein, sondern ums Funktionieren. Bei uns übernehmen das die Bereichsleiter, und so soll es laufen: Sie klären die Arbeit ohnehin mit der Praxis ab, also entscheiden sie auch, ob ein Auftrag starten darf. Die Kriterien: vollständig, Präparationsgrenze lesbar, Biss funktioniert, Material und Termin eindeutig. Dazu, ob die Abformung reicht und ob noch Gips gebraucht wird. Heißt die Antwort Nein, geht die Rückfrage an die Praxis, bevor Arbeit hineinfließt. Fehlt ein Bereichsleiter, entscheidet ein anderer nach denselben Kriterien. Dass die Rolle trägt, siehst du daran: Kein Auftrag geht ohne dieses Ja in die Fertigung.

✓ Steht: Kein Auftrag startet mehr ungeprüft in die Fertigung.

W5–6

Lage korrigieren statt plattschleifen

Der Knopf ‚Interferenzen beseitigen‘ killt die Kontakte. Regel im Team, dreiteilig: erstens nie die Kaufläche opfern. Zweitens jede Anpassung der Kieferlage im Auftrag vermerken. Die Bissregistrierung kommt aus der Praxis, eine stille Korrektur im Labor ist später nicht rekonstruierbar. Drittens ab einer festgelegten Schwelle zurück an die Praxis, statt es selbst zu richten.

✓ Steht: Jeder am CAD kennt die Regel, die Schwelle ist festgelegt. Und Anpassungen stehen im Auftrag.

W7–8

Top-3-Fehlerquellen als Standard

Für die drei häufigsten Remake-Gründe je einen schriftlichen Standard. Auf Papier statt im Kopf, damit jeder drankommt.

✓ Steht: Drei Standards hängen dort, wo gearbeitet wird.

W9–12

Rate unter 3 % drücken

Wöchentlich messen, Team-Review alle 14 Tage. Unter 3 % = gesund. Im Rechenbeispiel sind das rund 9.000 € im Jahr, ganz ohne Neueinstellung.

✓ Steht: Vier Wochen in Folge unter 3 %.

Den Plan umsetzen · Der Labor-Brief

Alle zwei Wochen eine Sache, die in meinem Labor wirklich gelaufen ist.

Die Begleitung zu deinem Plan, ohne Trendthemen: was wir gemessen haben, was funktioniert hat und was wir wieder abgeschafft haben, jeweils mit dem Grund dazu.

Was ich davon habe: Ich lerne aus euren Rückfragen, welche Werkzeuge ich als nächstes baue. Die Werkzeuge bleiben kostenlos. Später gibt es einen bezahlten Kurs, und du sollst mein Interesse kennen.

Übertragen wird ausschließlich deine E-Mail-Adresse. Keine Zahlen aus dem Rechner, keine Angaben zu deinem Labor.

Woher die Zahlen kommen

Der Rechner oben funktioniert auch ohne den Rest. Wenn du wissen willst, warum die Fehlerkette beim Scan anfängt und nicht beim Keramiker, geht es hier weiter.

5 Abschnitte. Du musst sie nicht der Reihe nach lesen.

„Gute Leute, schwieriger Fall.“ Und wieder 150 € weg.

„Bei uns arbeiten gute Leute. Wenn was zurückkommt, war der Fall schwierig.“

Fast jede Nacharbeit, die ich gesehen habe, war am Arbeitsplatz nicht mehr zu retten. Entschieden hat sich das Tage vorher, nämlich als wir den Fall gestartet haben, obwohl noch nicht alle Angaben geklärt waren. Der Techniker hat den Fehler nicht gemacht, er hat ihn nur ausgebadet.

Deshalb ist deine Remake-Rate keine Qualitätszahl über dein Team. Sie ist eine Zahl über deinen Auftragseingang.

Was Nacharbeit kostet, woran sie liegt, was sich ändert.

Das Problem

Gute Arbeit wird doppelt gemacht: Material zweimal, Stunden zweimal, Maschinenplatz blockiert, Termin wackelt. Bei 5 % Rate auf 3.000 ausgelieferte Einheiten sind das rund 22.500 € im Jahr.

Die Ursache

Niemand prüft den Auftrag, bevor er losläuft. Ein fehlender Gegenkiefer oder eine offene Frage zum Biss wandert durch die ganze Kette. Auffallen tut es erst am Ende, wo es am meisten kostet.

Wenn gelöst

Deine Techniker arbeiten an neuen Fällen statt an alten. Die Rate liegt stabil unter 3 %, Reklamationsgespräche werden selten. Im Rechenbeispiel holst du so rund 9.000 € im Jahr zurück. Das ist etwa ein Fünftel eines Techniker-Gehalts. Gebunden ist bei 5 % ein halbes, zurück kommt der Teil über 3 %.

Der Remake entsteht nicht dort,
wo er auffällt.

So sieht die Kette aus, wenn man einen einzelnen Fall bei uns zurückverfolgt. Bemerkt wird es an den letzten drei Stationen. Entschieden wurde es an der ersten.

  1. Der ModellscanDer Stumpf sitzt nicht richtig im Modell. Im Scan sieht man das nicht.
  2. Die Prüfung, die nicht stattfindetDanach schaut niemand mehr drauf. Es gibt keine Stelle, an der es jemandes Aufgabe wäre.
  3. CADKonstruiert wird auf einer Grundlage, die schon falsch ist. Sauber, sorgfältig, falsch.
  4. FertigungGefräst, verblendet, poliert. Voller Materialeinsatz, volle Arbeitszeit.
  5. Die ReklamationDie Arbeit kommt zurück, und das Gespräch dreht sich um die Fertigung. Damit trifft es genau die Falschen.

Vier Tage liegen zwischen Station 1 und Station 5. In dieser Zeit hat der Fehler jede Abteilung passiert, ohne dass jemand die Möglichkeit hatte, ihn zu sehen. Genau deshalb steht die Eingangskontrolle in diesem Plan vor allem anderen. Der nächste Schritt liegt noch weiter vorn. So sieht er aus, wenn er trägt: Die Praxis schickt den Scan, während der Patient noch im Stuhl sitzt. Wir prüfen ihn. Die Praxis bekommt sofort Rückmeldung, solange der Patient noch da ist. Das spart beiden Seiten einen zweiten Termin.

Wir haben jahrelang
gegen einen Mittelwert gearbeitet.

Schienen sind bei uns über den Artikulator gelaufen, und die Okklusion wurde dort im Mittelwert eingeschliffen. Das war der Weg, den es gab. Und ganz geheuer war er uns nie. Ein Mittelwert-Artikulator bewegt sich anders als ein echter Kiefer. Und bei einer Schiene geht es genau um diese Bewegung.

Was wir geändert haben, ist ausdrücklich nicht das Fertigungsverfahren. Drucken und Fräsen liefern nach unserer Erfahrung qualitativ dasselbe. Beide sind gute Verfahren. Geändert haben wir die Datengrundlage: echte Kieferbewegungsdaten statt eines virtualisierten Artikulators. Das ist nach unserer Erfahrung die fachlich und technisch beste Lösung, die derzeit verfügbar ist.

Was daraus folgt, ist meistens eine geringere Sperrhöhe. Das ergibt sich aus der Logik dahinter: Wer die tatsächliche Bewegung kennt, muss weniger Sicherheitsabstand einbauen. Verallgemeinern lässt sich das nicht. Es hängt am Fall, an der Indikation und an dem, was die Praxis vorgibt. Möglich ist es aber meistens.

Der eigentliche Gewinn ist gar nicht der Millimeter, sondern dass am Ende kein Mensch mehr entscheidet, wie viel abgetragen wird.

Das ist der übertragbare Teil, und er gilt weit über Schienen hinaus: Jeder Handgriff am Ende der Kette macht das Ergebnis von der Person abhängig, die ihn ausführt. Solange nachträglich korrigiert wird, ist jede Frage nach der Remake-Rate auch eine Frage danach, wer an dem Tag Dienst hatte. Wer die Entscheidung nach vorne in die Daten verlegt, bekommt ein Ergebnis, das jedes Mal gleich ist. Erst dann sagt deine Kennzahl überhaupt etwas.

Quick Win, den wir von außen bekommen haben

Konstruier eine Kennung mit hinein. Eine Nummer, einen Zehntelmillimeter tief, an einer Stelle, die der Patient nicht sieht. Beim Drucken kostet das nichts, beim Fräsen fast nichts. Gemacht wird es fast nie, weil alle sagen: Wir kriegen die Zuordnung auch so hin, wir arbeiten der Reihe nach. Und meistens stimmt das. Wird aber eine ganze Platte auf einmal fertig, müsste man jede Arbeit mühsam zuordnen. Mit Kennung ist das ausgeschlossen. Wirkt nur, wenn die Kennung aus eurer Auftragsnummer kommt und nicht aus einer zweiten Liste, die jemand pflegen muss.

Zur Einordnung: Die Rückverfolgbarkeit einer Sonderanfertigung hängt an deiner Dokumentation, nicht an einer Prägung im Werkstück. Die Kennung ist ein Arbeitsvorteil, keine Erfüllung einer Pflicht. Sie ersetzt nichts, was in deinem QM steht.

Zwei Zahlen, zwei Zuhörer:
K1 für die Praxis, K2 fürs Labor.

K1 ist die externe Reklamationsquote. Einheiten mit Gutschrift oder kostenloser Neuanfertigung ÷ ausgelieferte Einheiten × 100. Das ist die Zahl, die die Praxis sieht. Sie sagt einem Zahnarzt, wie oft eine Arbeit von dir zurück auf seinen Tisch kommt. Wenn eine Praxis nach deiner Quote fragt, meint sie K1.

K2 ist die interne Nacharbeitsquote. Einheiten mit mindestens einem ungeplanten Arbeitsgang ÷ gefertigte Einheiten × 100. Das ist die Zahl, die im Haus bleibt. Noch einmal brennen, noch einmal fräsen, zurück an die Vorstufe. Die Praxis merkt davon nichts. Dein Team und deine Kosten merken es jeden Tag.

Zusammenrechnen darfst du die beiden nie. Sie haben verschiedene Nenner und verschiedene Zuhörer. Eine gemischte Zahl ist für die Praxis zu hoch und fürs Labor zu ungenau. Ein gutes K1 kann ein schlechtes K2 verstecken: Dann fängt dein Team die Fehler ab, und du bezahlst sie still.

Was sagt der Markt? Aus den USA gibt es Zahlen. Bei Einzelkronen liegt die Remake-Rate um 4 %, die Spanne reicht von 1 bis 7 %, gute Labore peilen 2 % oder weniger an. Für Deutschland halte ich diese Werte für zu niedrig. In Deutschland ist der Anspruch an Zahnersatz hoch. Das ist gut so. Und in den USA gibt es praktisch keine Teleskopkronen und wenig Kombinationszahnersatz. Genau diese Arbeiten lösen bei uns die meiste Nacharbeit aus. Die US-Werte sind für mich deshalb höchstens eine Untergrenze, kein Maßstab. Für Deutschland gibt es keine öffentlich belegten Vergleichswerte.

Bei Scharl erfassen wir K1 und K2 gerade zum ersten Mal sauber getrennt. Oben steht ein Rechenbeispiel. Unsere getrennten Werte für K1 und K2 reiche ich nach, sobald sie belastbar sind.

Deshalb hänge ich so an der anonymen Kennzahlen-Spende: Wenn es keinen deutschen Vergleichswert gibt, bauen wir ihn eben selbst, mit derselben Zählregel für alle. So funktioniert der anonyme Rücklauf →

Quellen US-Werte: National Dental Practice-Based Research Network, Befragung von 1.777 Zahnärzten: 59 % schätzen ihre Remake-Rate bei Kronen unter 2 %, 17 % über 4 % (PMC5793929); Spear Education, The Cost of Laboratory Remakes. Einordnung für Deutschland: meine Einschätzung, keine Studie.

Wenn du vorne sauber machst, kannst du hinten alles automatisieren. Wenn nicht, automatisierst du nur deinen Fehler. Schneller.

Ab wann eine Remake-Rate gesund ist

  • Externe Reklamationsquote (Gutschriften laut Abrechnung): unter 3 %
  • Interne Nacharbeitsquote (nochmal brennen, schleifen, anpassen): keine Branchenzahl. Dein Ziel ist dein Startwert minus ein Drittel
  • Eingang: erst Vollständigkeit, dann Funktion
  • Interne Nacharbeit wird mitgezählt, nicht nur Gutschriften
  • Die Strichliste ist der Einstieg. Ausgewertet wird im Reklamations- und CAPA-Register
  • Sinkende Rate bei steigender Erfassungsdisziplin, nicht statt ihr
  • Top-3-Fehlerquellen schriftlich, nicht im Kopf
  • Vier Wochen in Folge unter 3 %

Was Nacharbeit dich wirklich kostet

Das war einer von 8 Engpässen.

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EingangDatenflussVertretungKI-ReifeWirtschaftTeam

Typisches Muster bei diesem Engpass: Auftragseingang

Was an derselben Ursache hängt

Am LabOS-Kurs baue ich noch, vor 2027 wird das nichts. Wer auf der Liste steht, erfährt es zuerst. Bis dahin sind alle Werkzeuge und 12-Wochen-Pläne kostenlos. Auf die Kursliste →

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