Praxis-Anleitung · Auslastung ohne Gewinn
Rappelvoll. Und am
Monatsende bleibt
trotzdem zu wenig übrig.
Voll ausgelastet heißt nicht profitabel. Hier siehst du in Zahlen, was jeder Fall dir wirklich einbringt, und drehst in 12 Wochen an den richtigen Stellschrauben.
ausgelastet, und trotzdem bleibt am Monatsende zu wenig übrig. Voll ≠ profitabel.
Rechnet in deinem Browser · keine Anmeldung · 10 Min
Voll ist nicht profitabelEntscheidend ist nicht, wie viel läuft – sondern was nach jedem Fall bleibt.
Der größte Verlustbringer bei uns steht in keiner Auslastungszahl: der eigene Fahrdienst.
Erst dein Stundensatz, dann fünf Arbeiten
Der Deckungsbeitrags-Rechner.
Trag deine 5 häufigsten Arbeiten ein: Preis, Material, Stunden. Der Rechner sortiert live nach Deckungsbeitrag pro Stunde. Der Zahl, die Auslastung dir verschweigt.
Dafür brauchst du Zugriff auf Stundensatz und Kostendaten.
Erst dein Stundensatz
So kommst du hin: Personalkosten des Jahres inklusive Arbeitgeberanteil ÷ produktive Stunden im Jahr. Grobe Orientierung: 45.000 € Bruttogehalt sind rund 55.000 € Arbeitgeberkosten; bei etwa 1.300 produktiven Stunden im Jahr sind das rund 42 € je Stunde. Rechne mit deinen eigenen Zahlen. Das ist der Wert, an dem sich unten alles entscheidet.
Ohne Stundensatz rechnet die Tabelle nur Preis minus Material. Das ist ein Rohertrag, kein Deckungsbeitrag. Die Arbeitszeit fehlt darin. Eine Arbeit kann in dieser Ansicht ganz oben stehen und trotzdem Geld kosten.
Deine Arbeiten
| Arbeit | Preis € | Material € | Stunden | Rohertrag € | Rohertrag/Std |
|---|
Deine Zahlen bleiben auf diesem Gerät. Nichts wird gesendet.
Diese Zahlen sammeln wir bewusst nicht. Für Remake-Rate, Vertretbarkeit und Fluktuation entsteht gerade ein anonymer Rücklauf, damit die Branche endlich Vergleichswerte bekommt. Preise, Stundensätze und Deckungsbeiträge je Falltyp sind davon ausgenommen. Und zwar dauerhaft. Sie gehören zwischen Wettbewerbern nicht in einen gemeinsamen Topf, auch nicht anonym und auch nicht gut gemeint. Dieser Rechner hat deshalb keinen Rückkanal und bekommt auch keinen. Warum wir das so streng halten
Drei Seiten mit deinen Zahlen, deinem 12-Wochen-Plan und der Vorlage zum Ausdrucken.
Alles hier rechnet in deinem Browser. Deine Zahlen verlassen dieses Gerät nicht. Auch nicht beim PDF.
Die meisten glauben
„Hauptsache voll. Der Rest kommt dann von allein.“
Die Wahrheit
Volle Auslastung sagt dir nur, dass viel reinkommt. Nicht, ob es sich lohnt.
Selbst nachgerechnet
„Wir rechnen den Deckungsbeitrag je Falltyp. Seitdem weiß ich, welche Arbeit uns trägt. Und welche uns nur beschäftigt."
Aus meinem Labor · Zahntechnik Scharl, Amberg · rund 70 Mitarbeiter
Deckungsbeitrag, Kapazität und Prioritäten werden gemeinsam steuerbar – nicht erst am Monatsende.
Quick Win · diese Woche
Nimm deine 5 häufigsten Arbeiten und schätz je: bringt Geld / neutral / kostet eher. Nur einordnen. Die Reihenfolge wird dich überraschen. Wirkt nur, wenn du die Einschätzung danach mit dem Rechner gegenprüfst. Der Sinn der Übung ist die Stelle, an der dein Bauchgefühl falsch lag.
Der Labor-Brief
Alle zwei Wochen eine Sache, die in Amberg wirklich gelaufen ist.
Kein Newsletter über Trends. Was wir gemessen haben, was funktioniert hat. Und was wir wieder abgeschafft haben, mit Zahl und Grund.
Was ich davon habe: Ich lerne aus euren Rückfragen, welche Werkzeuge ich als nächstes baue. Verkauft wird dir hier nichts, aber du sollst mein Interesse kennen.
12 Wochen bis zur echten Marge
Gleiche Auslastung. Mehr, das bleibt.
Deckungsbeitrag je Arbeitstyp
Welcher Auftrag bringt Geld, welcher hält dich nur beschäftigt? Erst den internen Stundensatz ausrechnen, dann die fünf häufigsten Arbeiten durchgehen. Grob reicht. Aber mit Arbeitszeit drin.
✓ Steht: Deine Top-5-Arbeiten sind eingeordnet. Inklusive Stundensatz.
Fluss-Kosten senken
Unterbrechungen zählen: unter 3 pro Tag und Person = guter Fluss. Rechne es einmal aus: 6 Unterbrechungen × 10 Minuten Wiedereinstieg × 8 Personen sind 8 Stunden am Tag. Umplanungen bündeln. Das kommt vor dem Preisgespräch. Sonst bepreist du dein eigenes Chaos mit.
✓ Steht: Feste Umplan-Fenster statt Dauerunterbrechung.
Zweite Messung. Jetzt ohne Chaos-Aufschlag
Dieselben fünf Arbeiten noch einmal durchrechnen. Manche Position sieht jetzt anders aus, weil die Unterbrechungen raus sind. Erst diese Zahl trägt eine Entscheidung.
✓ Steht: Die Reihenfolge steht auf stabiler Grundlage.
Preis-Check und Abgabe-Entscheidungen
Jetzt trennen: BEB-Positionen kannst du neu kalkulieren. Hauspreisliste, Steigerungssatz, Gesprächsfahrplan. Bei BEL II gibt es verhandelte Höchstpreise, da hilft kein Preishebel; dort geht es um Standardisierung oder um den Anteil im Mix. Verlustbringer, die nach der zweiten Messung Verlustbringer geblieben sind, bekommen neue Preise. Oder gehen.
✓ Steht: Kalkulation liegt, getrennt nach BEB und BEL. Die ersten zwei Gespräche sind geführt.
Deckungsbeitrag je Stunde statt Auslastung
Monatlich messen, getrennt nach BEL- und BEB-Anteil. Ausgelastet ist keine Antwort. Womit, das ist die Frage. Wer misst: du oder die Laborleitung. Wann: erster Montag im Monat.
✓ Steht: Die Kennzahl steht im Monatsblick. Mit Namen und Termin.
Du kennst jetzt die Reihenfolge deiner Arbeiten.
Du siehst jetzt, welche Arbeit trägt. Ob die Marge dein größter Hebel ist oder nur der sichtbarste, sagt dir die Roadmap. In 30 Sekunden, mit Plan als PDF.
Kostenlos · kein Sales-Call · in 30 Sek
Warum volle Auslastung täuscht
Die Tabelle sortiert deine Arbeiten. Ab hier geht es darum, wo die Marge sonst noch verschwindet. Inklusive der Posten, die in keiner Auslastungszahl stehen.
- 01Volle Auslastung fühlt sich nach Erfolg an
- 02Was reinkommt, was übrig bleibt, was du änderst
- 03Die meisten Labore takten nach einer Regel, deren Grund seit zehn Jahren weg ist
- 04Bei uns ist es der Fuhrpark
- 05Wir verteilen wieder auf einzelne Techniker
- 06„FIFO ist doch industriell.“ Die Gegenfrage tut weh
6 Abschnitte. Du musst sie nicht der Reihe nach lesen.
Volle Auslastung fühlt sich nach Erfolg an.
„Wenn wir mehr durchbekommen, wird die Marge schon wieder.“
Mehr Durchsatz verstärkt nur, was ohnehin passiert. Trägt ein Falltyp, trägt er stärker. Kostet er dich, kostet er dich mehr.
Volle Auslastung ist deshalb kein Ergebnis, sondern ein Verstärker. Und ohne Deckungsbeitrag je Falltyp weißt du nicht, was du da gerade verstärkst.
Was reinkommt, was übrig bleibt, was du änderst.
Das Problem
Das Labor ist rappelvoll, alle rennen. Und am Monatsende bleibt trotzdem zu wenig hängen. Volle Bücher fühlen sich nach Erfolg an, sind aber keiner.
Die Ursache
Preise aus der Vergangenheit treffen Kosten von heute: Material rauf, Strom rauf, Löhne rauf. Nur die Rechnung sieht aus wie vor fünf Jahren. Dazu frisst ständiges Umplanen still Kapazität.
Wenn gelöst
Du weißt bei jedem Auftrag, was er dir bringt. Gleiche Auslastung, spürbar mehr übrig. Und du entscheidest über Annahme statt nur zu reagieren.
Die meisten Labore takten
nach einer Regel, deren Grund
seit zehn Jahren weg ist.
Wenn du bei uns fragst, warum ein Arbeitsschritt einen Tag bekommt, lautet die Antwort meistens: weil das schon immer so war. Und für einen großen Teil dieser Takte stimmt das auch. Sie kommen aus einer Zeit, in der sie technisch zwingend waren.
Beispiel eins: die Vollgusskrone
Früher lief das so: modellieren, anstiften, einbetten. Dann muss die Muffel in den Vorwärmofen, damit das Wachs rückstandsfrei ausbrennt und die Einbettmasse ihre Endtemperatur erreicht. Bei phosphatgebundener Einbettmasse in mehreren Stufen bis in den Bereich um 800 bis 900 °C, mit Haltezeiten. Das dauert Stunden, deshalb lief der Ofen über Nacht, und gegossen wurde am nächsten Morgen.
Und weil eine Muffel für eine einzelne Krone dieselbe Ofenzeit, dieselbe Einbettmasse und denselben Ofenplatz gekostet hätte wie eine volle, war Sammeln damals kein schlechter Prozess. Es war der richtige. Wer eine Krone allein eingebettet hat, hat Material und eine Nacht Ofenkapazität verbrannt.
Heute wird dieselbe Krone gefräst. Ein Blank liegt im Wechsler, die Maschine läuft nachts ohnehin, und ob sie eine Einheit fräst oder acht, ändert an den Rüstkosten fast nichts. Der Grund fürs Sammeln ist weg. Der Takt ist geblieben.
Beispiel zwei: das Sintern über Nacht
Beim Zirkon ist es dasselbe Muster. Ein konventioneller Sinterzyklus fährt mit etwa 5 bis 10 °C pro Minute hoch, hält bei über 1.500 °C und kühlt langsam ab. Mit An- und Abfahrt landet man schnell bei acht bis zehn Stunden. Also sintert man nachts. Also ist alles, was nach 16 Uhr fertig wird, faktisch erst übermorgen fertig.
Nur ist das keine Naturkonstante, sondern eine Material- und Ofenentscheidung. Mit Speed- und High-Speed-Programmen und einem Ofen, der aktiv kühlt, kommt man bei geeigneten Materialien auf Zyklen deutlich unter einer Stunde. Dann kann man zwei- oder dreimal am Tag sintern statt einmal in der Nacht.
Und weil das sonst niemand dazuschreibt: Das gilt nicht für alles. Schnellprogramme sind materialabhängig und in der Regel auf kleine Spannen begrenzt. Die Fachliteratur nennt für High-Speed typischerweise Restaurationen bis etwa dreigliedrig. Bei den hochtransluzenten Qualitäten reagieren Farbe und Transluzenz empfindlicher auf die Aufheizkurve. Wer alles im Schnellprogramm durchjagt, tauscht Durchlaufzeit gegen Reklamationen. Der Punkt ist nicht „immer schnell“. Der Punkt ist: du hast die Wahl, und die meisten wissen das nicht.
Jeder dieser Takte erzeugt einen Stapel. Der Stapel erzeugt Wartezeit, die Wartezeit erzeugt Durchlaufzeit. Und Durchlaufzeit ist der Grund, warum ein voll ausgelastetes Labor trotzdem ständig in Verzug ist. Wir sind dabei nicht weiter als du: Wir definieren die Zeiten inzwischen als Mindestwerte statt als Tagesvorgaben, damit sich niemand daran ausrichtet. In der Praxis funktioniert das bei uns noch nicht so, wie ich es gern hätte. Die Leute planen weiter in Tagen, weil Tage bequem sind.
Die Frage, die du diese Woche stellen kannst
Nimm drei Arbeitsschritte, die bei euch „einen Tag“ dauern. Frag zu jedem: Was genau erzwingt diesen Tag. Heute, nicht früher? Wenn niemand eine technische Antwort hat, hast du eine Durchlaufzeit gefunden, die nur noch aus Gewohnheit existiert.
Aufheiz- und Sinterangaben nach gängiger Fachliteratur zur Einbettmasse-Vorwärmung und zum High-Speed-Sintern von Zirkonoxid. Die konkreten Werte hängen an Material, Ofen und Hersteller. Prüf sie an deinen eigenen Freigaben, bevor du etwas umstellst.
Bei uns ist es der Fuhrpark.
Wir machen Betriebsvergleiche mit anderen Laboren. Und jedes Mal steht dieselbe Position ganz unten: der eigene Fahrdienst. Er erwirtschaftet nichts. Er holt nur einen Bruchteil seiner Kosten wieder herein, weil die Vergütung für den Versandweg den tatsächlichen Aufwand nicht annähernd deckt. Und je weiter die Praxis weg ist, desto schlechter wird das Verhältnis. Für eine einzelne Reparatur eine Stunde zu fahren ist betriebswirtschaftlich Unsinn, und wir tun es trotzdem, weil es sich seit Jahren so eingespielt hat.
Das Unangenehme daran: In keiner Auslastungszahl taucht das auf. Die Techniker sind voll beschäftigt, die Maschinen laufen, die Bücher sind voll. Der Verlust entsteht auf der Straße, und dort schaut niemand hin, weil es sich wie Service anfühlt.
Was daraus wird. Stand heute noch nicht umgesetzt: die Region weiter selbst anfahren, weil dort mehrfach am Tag gefahren werden kann und die Wege kurz sind. Alles darüber hinaus geht in den Versand. Das kostet ein Stück des Gefühls, immer persönlich da zu sein. Und spart eine Position, die uns seit Jahren still Geld nimmt.
Ich schreibe das hier hin, bevor es entschieden ist. Wenn du in einem halben Jahr wiederkommst, steht an dieser Stelle, was daraus geworden ist. Oder dass ich es nicht durchgezogen habe.
Wir verteilen wieder
auf einzelne Techniker.
Bei uns kommt regelmäßig der Wunsch auf, Arbeiten wieder gezielt auf einzelne Techniker zu verteilen, damit alles sauber läuft. Und jedes Mal klingt es vernünftig.
Meine Antwort darauf ist unbequem: Das ist kein Steuerungsproblem. Das ist ein Entscheidungsproblem. Wenn die Regeln stehen, müsste am Arbeitsplatz entschieden werden können, welche Arbeit als nächstes drankommt. Dass stattdessen jemand verteilt, heißt: Diese Entscheidung wird lieber nach oben gegeben.
Und solange das so ist, holt die Disposition sie dort auch ab. Wir lösen mit Planung ein Problem, das eigentlich eine Frage von klaren Regeln und Zutrauen ist. Und bezahlen dafür mit einer Stelle, die den ganzen Tag verteilt statt zu arbeiten.
Das ist ausdrücklich kein Vorwurf ans Team. Wer eine Entscheidung nicht trifft, hat meistens gute Gründe: eine unklare Regel, eine Erfahrung damit, dass die falsche Wahl Ärger gab, oder schlicht keine Information darüber, was gerade Priorität hat. Alle drei sind Systemfragen, keine Charakterfragen.
„FIFO ist doch industriell.“
Die Gegenfrage tut weh.
Ein Consultant, der viele Labore von innen kennt, bekommt diesen Satz nach eigener Aussage in fast jedem Betrieb zu hören: Der Reihe nach arbeiten, das sei ja wie am Fließband.
Seine Gegenfrage: Und wie nennt ihr das, was ihr jetzt macht? Dass jemand morgens die Arbeit für den ganzen Tag hinstellt, ist die weitreichendere Entmündigung. Nur dass sie von einem Menschen kommt und deshalb nicht so aussieht.
Der Reihe nach gibt die Entscheidung zurück an den Arbeitsplatz: Was ist als nächstes dran? Das, was am längsten wartet.
Mehr Regel braucht es nicht. Und wer stattdessen ein System baut, das jedem seine nächste Schale zuleuchtet, hat mit viel Technik erreicht, dass niemand mehr selbst schauen muss.
Dazu gehört ein Einwand, den derselbe Berater selbst nachschiebt und den wir ernst nehmen: Wer immer nur bekommt, was er sicher kann, wird nicht besser. Eine reine Reihenfolge trainiert niemanden. Und Schwierigkeit lässt sich schlecht automatisch einschätzen. Produktkategorie geht, echte Schwierigkeit hängt an zu vielem.
Deshalb gehört die Ausnahme ins Morgengespräch und nicht in eine Software: Wer heute etwas Schwereres übernehmen soll, wird verabredet. Nicht ausgerechnet.
Welcher Deckungsbeitrag trägt
- Deckungsbeitrag je Falltyp gerechnet, nicht geschätzt
- Preise jünger als 12 Monate
- Die 5 häufigsten Arbeiten sind einsortiert
- Umplanungen je Woche: unter 3
- Du entscheidest über Annahme, statt zu reagieren
Wie profitabel du wirklich arbeitest
Das war einer von 8 Engpässen.
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Typisches Muster bei diesem Engpass: Wirtschaftlichkeit
Was dieselbe Rechnung betrifft
Der Falltyp, den du zuerst durchrechnest
Das war ein Hebel.
LabOS ist das ganze System.
Vom Ein-Personen-Betrieb zum Labor, das ohne dich läuft: 6 Module entlang der Reifegrade. Jede Lektion mit Werkzeug und ✓-Steht-Kriterium.
Was im LabOS-Kurs steckt →